Gründerlandschaft Schweiz

Gründerlandschaft Schweiz

Die Schweiz gehört zur Weltspitze bezüglich Innovationsfähigkeit und vorherrschendem Unternehmergeist. Auf meiner Reise traf ich kürzlich eine Schweizerin und befragte sie über ihr Land. Es hat mich überrascht, wie viel eine Ärztin über die Schweiz als Gründerlandschaft zu sagen hat.



>>Simon (GER)>> Kennst du viele Unternehmensgründer?

<<Mona (CH)<< Absolut. Viele meiner Freunde aus der Studienzeit haben sich bereits als Unternehmer versucht. Und wer es nicht schon als Student oder nach dem Abschluss getan hat, beschäftigt sich jetzt mit dem Gedanken etwas zu gründen.
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>> Aus meiner Erfahrung sieht das bei uns etwas anders aus – fast alle sind angestellt oder arbeitslos. Jungunternehmer gibt es wenige, was machen wir falsch?

<< Wir haben gerade an den Unis echt gute Gründerförderung und viele Professoren betreuen Studentengruppen bei dem Schritt in die Selbständigkeit. Ich denke, dass den Universitäten als Wissensträger, Motivator und Netzwerker eine wichtige Rolle zukommt. Einige Fakultäten müssen sich über Einnahmen finanzieren, was einen zusätzlichen Anreiz dafür gibt als Universität auch unternehmerisch zu betätigen.
<< Was den Staat angeht, der finanziert gute Gründerzentren, hält sich aber bei der Finanzierung von Unternehmensgründungen zurück. Das ist kein Problem, denn es gibt ausreichend private Geldgeber und Risikokapitalgeber die aussichtsreiche Projekte unterstützen.
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>> Risikoaversion und Sicherheitsdenken sind sehr verbreitet in Deutschland. Wie steht es damit in der Schweiz?

<< Zunächst einmal ist in der Schweiz das Studium im Allgemeinen sehr praktisch ausgerichtet. Im Medizinstudium, und es ist in anderen Studien ähnlich, wird es gefördert eine Meinung zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Deutsche Jungärzte sind zwar theoretisch sehr fit, scheuen aber häufig davor zurück Entscheidungen zu treffen. Außerdem ist bei uns das mit dem Hierarchiedenken nicht so stark ausgeprägt wie bei euch. Man widerspricht dem Chef auch mal, wenn man nicht derselben Meinung ist – das kenne ich von Deutschen kaum.
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>> Wie ist das mit Gründern, die ein Projekt in den Sand setzen?
<< Da haben wir eigentlich kein Problem damit. Erstens kann man aufgrund der guten Situation am Arbeitsmarkt eigentlich immer zurück in die nichtselbständige Arbeit, und zweitens wird einem die Erfahrung aus einem Gründungsversuch positiv angerechnet. Gesellschaftlich wird unternehmerisches Risiko geachtet und die Chancen auf Förderung steigen mit einem Fehlversuch eher, als dass sie sinken.
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>> Es kommt mir vor, als könnten wir noch das eine oder andere von unseren Nachbarn lernen. Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung zumindest, weist in Punkto Rahmenbedingungen in die richtige Richtung. Gute Reise weiterhin und vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Simon Schnetzer