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Dieser Beitrag ist der erste Teil einer Serie, in der Studien und Berichte über Gründergeist/er vorgestellt werden: „Entrepreneurial aspirations, motivations, and their drivers“ (Unternehmerischer Ehrgeiz, Motivation und dafür förderliche Faktoren) aus dem Journal für Small Business Economics, 2008. Die Autoren empfehlen der Politik Unternehmerehrgeiz stärker zu fördern und bei der Förderung von Gründungsvorhaben den Fokus auf Qualität statt auf Quantität zu legen.
Der Fachartikel untersucht verschiedene Motivationen für Gründungsvorhaben. Insbesondere wird analysiert, inwiefern ein Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Voraussetzungen und unternehmerischem Ehrgeiz besteht. Die Autoren definieren zwei Phasen unternehmerischer Tätigkeit: erstens, die Gründungsphase, in der Menschen durch Notwendigkeit, Unabhängigkeitsstreben oder Wohlstandsmehrung motiviert werden; zweitens, die Wachstumsphase, charakterisiert durch den Ehrgeiz bezüglich Innovation, Beschäftigungswachstum und Export.
In Ergänzung zur bestehenden Literatur haben die Autoren auch den Einfluss sozialer Sicherheit für ihre Analyse berücksichtigt. Antwort auf ihre Fragen fanden die Autoren in den Datensätzen des Global Entrepreneurship Monitors 2005 und 2006. Das Ergebnis der Analyse ist, dass export- und wachstumsorientierte Unternehmer meist aus dem Motiv der Wohlstandsmehrung gründen und dass unternehmerischer Ehrgeiz mit der Höhe der sozialen Absicherung abnimmt.
Die Bedeutung des Artikels für Gründergeist
Die Politik fordert mehr Unternehmertum, um Strukturwandel zu beschleunigen und sterbende Beschäftigungsfelder durch neue zu ersetzen. Der Fachartikel leistet einen Beitrag zu der Diskussion, wie Unternehmertum am besten gefördert werden kann, um gesamtwirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Vornehmliches Ziel sollte es sein, das kreative und soziale Potential der Menschen zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen und durch Innovationen international Wettbewerbsvorteile zu erlangen und auszubauen. Die Empfehlung, Gründungen entsprechend ihrem Wachstumspotential zu fördern, weist die Richtung, allerdings mit zwei Zusätzen: erstens, sollte für Gründungen mit sozialen Zielen der Beurteilungskatalog um entsprechende Kriterien ergänzt werden; zweitens, das vorhandene Wachstumspotential bei Gründungsvorhaben/Jungunternehmen sollte identifiziert und mit Unterstützung entwickelt werden.
Die Autoren empfehlen unternehmerische Motivation und Ehrgeiz zu fördern. Allein Steueranreize für das Erreichen von Wachstumszielen werden dafür nicht ausreichen. Es bedarf wohl eher einer Veränderung der Grundeinstellung gegenüber Gründungsvorhaben und unternehmerischem Risiko. Um diese Grundeinstellung zu ändern, muss man schon auf Schüler und Hochschüler zugehen und ihnen, zum Beispiel in einer Projektwoche, das zum Gründen nötige Wissen lehren und durch praktisches Erfahren Berührungsängste nehmen.
Ein hohes Niveau sozialer Absicherung sollte Bürger nicht davon abhalten, ihre Ideen als potentielle Gründer zu verwirklichen. Auf vielerlei Weise können Bürger in die Gründerlandschaft stärker eingebunden werden. 1) Eine Garantie für soziale Absicherung in dem frühen Gründerstadium könnte risikoscheuen Bürgern den Schritt zum Unternehmertum erleichtern. 2) Ideenbörsen können Ideen und andere Gründungskompetenzen zusammen bringen und Kollaborationen fördern. 3) Förderkriterien für Gründungen sollten keine Sektoren hervorheben, während andere ausgegrenzt werden. Die Zukunft des Landes ist die gemeinsame Verantwortung aller Bürger. Das muss sich auch in den Fördermöglichkeiten spiegeln.
Viele kreative Köpfe arbeiten bereits an Lösungen für die oben erwähnten Gründungs- und Innovationsbarrieren. Einige davon werden in folgenden Beiträgen vorgestellt werden.
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Der Artikel wurde veröffentlicht in Small Business Economics (2008) 31:323-339 „Entrepreneurial aspirations, motivations, and their drivers“, von Jolanda Hessels, Marco van Gelderen and Roy Thurik.
